ABC Schutzanzug
Bei einem ABC-Schutzanzug handelt es sich um spezielle Schutzbekleidung, die den Träger vor dem Kontakt mit atomaren, biologischen und chemischen Gefahrenstoffen bewahren soll. Das Kürzel ABC leitet sich hierbei ab aus A für atomar, B für biologisch und C für chemisch. Im zivilen Bereich finden sich derlei Anzüge insbesondere bei den Gefahrstoffzügen der Feuerwehr, wo sie die Mannschaften im Katastrophenfall bei Reaktorunglücken, Chemieunfällen oder Seuchengefahr schützen sollen. Im militärischen Bereich dienen sie dem Schutz der Soldaten vor Massenvernichtungswaffen mit atomarer, biologischer oder chemischer Wirkungsweise.
Chemiewaffen:
Moderne chemische Kampfmittel wurden erstmals im Ersten Weltkrieg (1914-1918) eingesetzt. Giftgas kann je nach Typ seine Wirkung auf verschiedene Weise entfalten. Unterschieden werden Substanzen, die Augen, Haut, Lunge oder Nerven schädigen. Der wichtigste Schutz gegen Giftgas stellt die Atemschutzmaske dar. Hierbei handelt es sich um eine Gummimaske mit verglasten Augenfenstern und einem Atemfilter, der schädliche Substanzen aus der Atemluft des Trägers filtern soll.
Biologische und atomare Waffen:
Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) kamen zwar keine Chemiewaffen, dafür aber in Fernost sowohl atomare als auch biologische Waffen zum Einsatz. Unter biologischen Waffen versteht man Bomben und Granaten, in denen sich Krankheitserreger für Seuchen wie Milzbrand oder Pest befinden. Durch die neue Bedrohungslage wurden im Kalten Krieg daher neben verbesserten Atemschutzmasken auch luftdichte, den ganzen Körper bedeckende, ABC-Schutzanzüge aus Gummi entwickelt. Allerdings kann ein solcher Schutzanzug weder vor dem Detonationsdruck noch vor der thermischen oder radioaktiven Strahlung einer Atombombe helfen. Die Atemschutzmaske schützt lediglich davor, daß radioaktive Schwebeteilchen in die Atemwege gelangen und der Schutzanzug hält diesen konatminierten Staub vom restlichen Körper fern.
Moderne ABC-Schutzanzüge:
Moderne ABC-Schutzanzüge, wie sie heute in Deutschland verwendet werden, umfassen weiterhin als Kernbestandteil eine Atemschutzmaske. Hinzu kommt ein Overgarment. Dies ist ein Overall aus Baumwolle mit Aktivkohlebeschichtung und einer Schutzimprägnierung, der den Träger gegen chemische Dämpfe und Tröpfchen schützen soll. Die Schutzleistung läßt bei Durchnässung durch Flüssigkeiten (z.B. Regen) nach. Als Ergänzung zum Overgarment kann darüber Flüssigkeitsdichte Schutzkleidung getragen werden. Sie besteht aus einem Overall aus reißfestem Tyvek-Vlies mit einem Laminat aus verschiedenen Kunststoffschichten, und bietet einen breitbandigen Schutz vor flüssigen Chemikalien, biologischer Kontamination und dem Kontakt mit radioaktiven Staub (jedoch nicht vor der Strahlung selbst). Die Flüssigkeitsdichte Schutzkleidung kann auch ohne das Overgarment verwendet werden. In jedem Fall werden Schutzschuhe und Schutzhandschuhe aus Butyl-Kautschuk getragen. Die gesamte Ausrüstung wurde auf ihre Schutzwirkung gegen typische Vertreter der chemischen Kampstoffe (Sarin, Schwefel-Lost) geprüft. Zur Gewährleistung der vollen Funktionstüchtigkeit muß die Schutzausrüstung trocken und unter Lichtabschluß gelagert werden.